Pressemitteilung 08.09.2016: Zug fahren wie anno dazumal

Festwochenende der Döllnitzbahn mit historischem Sonderzug

Mügeln/Oschatz, der 8. September 2016. Die Döllnitzbahn begeht am Wochenende, dem 10. und 11. September 2016, ihr alljährliches Fest mit einem besonderen Highlight. Erstmals wird ein IK Sonderzug “Anno 1900″ auf der Strecke der einzigen erhaltenen 750 mm Schmalspurbahn in Nordsachsen fahren. “Alte Schmalspurbahnen sprechen Menschen aller Generationen an – einzelne Eisenbahnfans und ganze Familien”, so Michael Czupalla, Vorstandsvorsitzender der Sparkassenstiftung für die Region Torgau-Oschatz, die die Arbeit des Döllnitzbahn-Fördervereins “Wilder Robert” finanziell fördert. “Im vergangenen Jahr fiel bei uns deshalb die Entscheidung, den Wiederaufbau des momentan nicht befahrbaren Teils der Strecke nach Kemmlitz mit insgesamt 50.000 Euro zu unterstützen”, so Czupalla, der Gast der Eröffnungsveranstaltung im Rahmen des Festwochenendes sein wird.

Die Döllnitzbahn ist schon lang ein attraktiver Anziehungspunkt für Touristen. Die Sparkassenstiftung für die Region Torgau-Oschatz fördert in den kommenden zwei Jahren die Restaurierung des stillgelegten Streckenabschnitts von Nebitzschen bis Kemmlitz. Das Geld erhält der DBV-Förderverein “Wilder Robert” e. V., der sich seit 1994 um den Erhalt der mehr als 130 Jahre alten Schmalspurbahn kümmert.

Wilder Robert

Der “Wilde Robert” Foto: Döllnitzbahn

Für diesen Samstag, 10. September 2016, und Sonntag, 11. September 2016, haben der Verein und die Döllnitzbahn GmbH ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. “Der absolute Höhepunkt des Festwochenendes wird in jedem Fall die Premierenfahrt des IK Sonderzuges ‘Anno 1900′ auf der Strecke der Döllnitzbahn”, so Sprecherin Denise Zwicker: “Der historische Nachbau dieses Zuges sorgt für großes Interesse und nostalgisches Flair.” Am Wochenende wird er in vier Sternfahrten an jeweils zwei Tagen auf der Strecke der Döllnitzbahn unterwegs sein. Neben dieser Attraktion sind auch die Stammlok 99 1574 und die österreichische Diesellok im Pendelzugverkehr im Einsatz. Der jeweils erste Dampfzug am Samstag bzw. Sonntag wird als Güterzug mit Personenwagen von Mügeln aus nach Oschatz und zurück nach Mügeln fahren.

Für alle Fotofreunde gibt es darüber hinaus die Möglichkeit, am Samstag den Bahnhof in Mügeln aus der Vogelperspektive abzulichten. “Da an diesem Wochenende auch der ‘Tag des offenen Denkmals’ begangen wird, sind wieder Blicke hinter die Kulissen der Döllnitzbahn möglich”, so Denise Zwicker. Zahlreiche weitere Programmpunkte wie Band- und Blasmusik, Kinderunterhaltung, eine Modellbahnausstellung im Oschatzer Südbahnhof, ein Bobbycar-Hindernis-Parcours, Showtanz und Line Dance sowie allerlei Kulinarisches runden das Festwochenende ab. Diverse Aussteller und Vereine informieren an beiden Tagen über Ihre Arbeit.

Festwochenende der Döllnitzbahn
10. und 11. September 2016, jeweils 10 bis 18 Uhr, Bahnhof Mügeln
Restkarten für die Fahrten mit dem historischen IK Sonderzug sowie weitere Informationen zum Programm unter www.doellnitzbahn.de bzw. 034362/32343 oder 034362/37916.

Ansprechpartner:
Denise Zwicker, Döllnitzbahn GmbH, Tel: 034362/37916, marketing@doellnitzbahn.de

08.09.2016

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Kontakt

Sparkassenstiftung für die Region Torgau-Oschatz
Menckestraße 27
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Fax: +49 341 – 5629 663
info(at)stiftung-torgau-oschatz.de

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Stiftung

Die Sparkassenstiftung für die Region Torgau-Oschatz wurde im Jahre 1998 gegründet. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kultur und das historische Erbe im ehemaligen Landkreis Torgau-Oschatz zu fördern und zu bewahren.

Stiftungszweck

Zweck der Stiftung ist die Förderung der Kultur und der Denkmalpflege im Gebiet des ehemaligen Landkreises Torgau-Oschatz aus den Erträgen des Stiftungsvermögens. Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch:

  • die Förderung der Musik, der Literatur, der darstellenden und bildenden Kunst und ihrer Einrichtungen,
  • den Erwerb und die Verwaltung von Kunstwerken, Kunstgegenständen einschließlich der Durchführung von Ausstellungen sowie von kulturellen Veranstaltungen wie Konzerten und Kunstausstellungen,
  • die zweckgebundene Vergabe von Mitteln an steuerbegünstigte Körperschaften oder Körperschaften des öffentlichen Rechts zum Erwerb von Kunstwerken und Kunstgegenständen
  • die Stiftung von Kunstpreisen,
  • die Förderung der Denkmalpflege gemäß dem Gesetz zum Schutz und Pflege von Denkmälern im ehemaligen Landkreis Torgau-Oschatz durch die Bereitstellung zweckgebundener Mittel zur Erhaltung und Wiederherstellung von Denkmälern.

Finanzierung
Finanziert werden die Stiftungs-Projekte aus den Erträgen des Stiftungsvermögens sowie durch Zuwendungen und Spenden Dritter.

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Presse

Pressemitteilung 10.05.2017: Authentische Orte der Reformation

Sparkassenstiftung fördert Neugestaltung der Katharina-Luther-Stube und des Spalatin-Hauses in Torgau

Torgau/Leipzig, der 10. Mai 2017. Am 21. Mai werden in Torgau bei einer Festveranstaltung die neu gestaltete Katharina-Luther-Stube und das um 1493 errichtete, nun restaurierte und zum Museum umgebaute Spalatin-Haus mit der Ausstellung “Klang und Glaube” feierlich eingeweiht – beide Vorhaben wurden maßgeblich von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen und der Sparkassenstiftung für die Region Torgau-Oschatz, die die Projekte mit insgesamt 50.000 Euro förderte, unterstützt. “Historische Bausubstanz als ein Teil unseres Erbes zu erhalten, ist immer eine doppelte Herausforderung”, sagt Michael Czupalla, Vorstand der Sparkassenstiftung: “Zum einen soll sie so lang wie möglich so schön wie möglich aussehen. Dass die Fassaden nicht nur eine Kulisse für Spaziergänger sind – das ist die zweite, ungleich größere Herausforderung. Katharina-Luther-Stube und Spalatin-Haus sind heute nicht mehr nur Fassade. Sie sind mit Wissen und Erlebnissen für die Gegenwart gefüllt.” Die Rolle Torgaus für die Reformation wird auch in der neuen Broschüre der Sparkassenstiftung Torgau-Oschatz beleuchtet, die pünktlich zur Festveranstaltung erscheint und in allen Filialen der Sparkasse Leipzig im früheren Landkreis Torgau-Oschatz erhältlich sein wird.

Torgau: “Amme der Reformation”

Beide neu gestalteten Häuser fügen sich in das Gesamtensemble zu Reformation und Renaissance ein, das Torgau bietet. Schnell fanden Luthers Thesen von 1517 Resonanz in Torgau, das durch Friedrich III. von Sachsen (1463-1525) nach der Leipziger Teilung von 1485 zum Stammsitz des ernestinischen Sachsen ausgebaut worden war, zu dem auch Wittenberg gehörte. Obgleich Friedrich III. (genannt: der Weise) zutiefst im Katholizismus verwurzelt war, unterstützte er die lutherschen Ideen insofern, dass sie sich gegen päpstliche und kirchliche Finanzpraktiken und damit – politisch gesehen – auch gegen die stetige Machtausweitung des Kirchenstaates wandten. Wenngleich Friedrich der Weise Martin Luther während seiner Regierungszeit nie empfangen hat, weigerte er sich, das gegen den Theologen 1518 ausgesprochene Ketzerurteil anzuerkennen und bot ihm nach der Ächtung zwischen 1521 und 1522 die Unterbringung auf der Wartburg an. Als Mittler diente unter anderem Georg Spalatin, Freund und Vertrauter Luthers sowie Beichtvater Friedrichs, von dem er für seine Dienste ein Priesterhaus in Torgau, das Spalatin-Haus, erhielt. Unter Johann dem Beständigen und insbesondere Friedrich dem Großmütigen wurde Schloss Hartenfels schließlich umfassend erweitert und zum gebauten Manifest der Reformation.

Reformation mit Leben füllen

So fand die Reformation in Torgau eine Heimstatt. Während Wittenberg die “Mutter der Reformation” ist, gilt Torgau als deren “Amme”: als die Stadt, die die Ideen des Reformators politisch und gesellschaftlich lebensfähig machte: Allein etwa 60 Aufenthalte Martin Luthers in Torgau sind verbürgt. Nach Torgau flohen Katharina von Bora und weitere Nonnen in der Osternacht 1523 aus dem Kloster Nimbschen – Katharina wurde Luthers Ehefrau und Begleiterin, in Torgau verstarb sie schließlich und fand in der Stadtkirche St. Marien ihre letzte Ruhestätte. Der in Torgau zunächst noch an der Hofkantorei beschäftigte Johann Walter entwickelte mit Martin Luther ein erstes evangelisches Kirchengesangbuch als Basis für eine neue “deutsche Messe” und gründete 1526 in Torgau die Stadtkantorei, die neue Kirchenmusik nach reformatorischen Glaubenssätzen einstudierte und in der Stadtkirche aufführte – Walter gilt bis heute als “Ur-Kantor” der evangelischen Kirche. 1526 schlossen sich unter Führung des ernestinischen Kurfürsten Johann von Sachsen (dem Bruder Friedrich des Weisen) der evangelischen Kirche zugeneigte Fürsten zum Torgauer Bund zusammen, um für die Freiheit der Religionsausübung zu kämpfen. Philipp Melanchton, Justus Jonas der Ältere und Johannes Bugenhagen formulierten 1530 gemeinsam die “Torgauer Artikel”, ein theologisches Gutachten über kirchliche Zeremonien, das zur Grundlage für die Augsburger Konfession wurde. In Torgau fand die erste Taufe nach evangelischem Ritus statt, in Torgau schließlich entstand mit der Schlosskirche im Schloss Hartenfels der erste evangelische Kirchenneubau – 1544 persönlich von Martin Luther eingeweiht.

Wissen und Erlebnisse an authentischen Orten

Entsprechend finden sich in Torgau authentische Orte der Reformation allerorten: Die Katharina-Luther-Stube im Haus, in dem ihr Totenbett stand, und die Marienkirche, in der sie begraben wurde. Die Superintendentur, in der die Torgauer Artikel entstanden. Die Nikolaikirche als Ort der ersten evangelischen Taufe. Im frisch restaurierten Spalatin-Haus wurde die Ausstellung “Klang und Glaube” mit einer Würdigung Johann Walters eingerichtet. Schloss Hartenfels mit seiner Schlosskirche schließlich – 2015 Veranstaltungsort der 1. Nationalen Sonderausstellung im Rahmen der Lutherdekade. 2017 ist hier die Ausstellung “TORGAU. Residenz der Renaissance und Reformation” zu sehen.

Save the Date: Die Festveranstaltung zur Eröffnung des Spalatin-Hauses sowie zur Wiedereröffnung der Katharina-Luther-Stube findet gleichzeitig mit der sachsenweiten Eröffnung des Internationalen Museumstages am 21. Mai 2017 um 11.30 Uhr in der Torgauer Schlosskirche statt. Die offizielle Eröffnungszeremonie wird ca. 12.40 im Beisein von Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange und Oberbürgermeisterin Romina Barth am Spalatin-Haus erfolgen.

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